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Info Übergänge in Arbeit

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März 2009 Info Übergänge in Arbeit Ralf Kuhnke/Elke Schreiber Aussiedlerjugendliche im Übergang Schule Berufsausbildung: Zum Unterstützungspotenzial der Herkunftsfamilien Nachdem bei Angeboten zur Unterstützung
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März 2009 Info Übergänge in Arbeit Ralf Kuhnke/Elke Schreiber Aussiedlerjugendliche im Übergang Schule Berufsausbildung: Zum Unterstützungspotenzial der Herkunftsfamilien Nachdem bei Angeboten zur Unterstützung von Jugendlichen im Übergang von der Schule in die Berufsausbildung eine wirksame Beteiligung der Eltern lange Zeit kein Thema war Eltern in der Tendenz eher als Hindernis denn als Ressource betrachtet wurden (vgl. dazu die Experteninterviews bei Kraheck 2004) - hat Elternarbeit aktuell in der Jugendsozialarbeit bzw. der Benachteiligtenförderung Konjunktur. Gefordert wird, insbesondere Eltern von Jugendlichen mit Migrationshintergrund systematisch zu beteiligen, wenn Hilfsangebote zum besseren Gelingen der Übergänge in Ausbildung konzipiert und umgesetzt werden. Einen Hintergrund für solche Forderungen bilden auch die Befunde des DJI-Übergangspanels 1, dass Eltern hinsichtlich der Probleme der Übergänge nach der Pflichtschulzeit die von den Jugendlichen am häufigsten genannten Ratgeber sind (Gaupp/Lex/Reißig/Braun 2008: S. 11). Im Folgenden wird über Ergebnisse derselben Untersuchung berichtet, die die spezifische Situation von Aussiedlerjugendlichen beim Übergang von der Hauptschule in Ausbildung und das Unterstützungspotenzial ihrer Herkunftsfamilien zum Thema haben. In einem zweiten Schritt werden gute Beispiele einer wirksamen Beteiligung der Herkunftsfamilien präsentiert. Das Handbuch Zwischen Integration und Ausgrenzungsrisiken. Aussiedlerjugendliche im Übergang Schule Beruf, auf dem dieser Beitrag beruht, wird an dessen Ende vorgestellt. Aussiedlerjugendliche im Übergang Schule - Beruf Die Zuwanderungsgruppe der Aussiedler/ Die Aussiedlerjugendlichen sind überwiegend Spätaussiedler 2 ist eine Population mit außerhalb Deutschlands geboren und einem hohen Anteil an Kindern und kamen oft erst im schulpflichtigen Alter mit Jugendlichen: 42 % von ihnen sind unter ihren Eltern nach Deutschland 25 Jahre alt. (erste Generation). 1 Das DJI-Übergangspanel ist eine bundesweit angelegte Längsschnittuntersuchung zu den Bildungs- und Ausbildungswegen von Hauptschulabsolventen/innen. Die Untersuchung wird vom Deutschen Jugendinstitut mit finanzieller Förderung das Bundesministerium für Bildung und Forschung geführt. 2 Im Folgenden wird der Begriff Aussiedler sowohl für Aussiedler als auch für Spätaussiedler verwendet. Des Weiteren werden in den Darlegungen die Aussiedler trotz ihres rechtlichen Status (deutsche Staatsangehörigkeit) als Migranten bzw. Menschen mit Migrationshintergrund auf Grund ihres Zuwanderungsstatus bezeichnet. Info Übergänge in Arbeit März Grafik : Zuzugsalter nach Deutschland (Quelle: DJI-Übergangspanel, N 467) Aussiedlerjugendliche alle anderen Jugendlichen mit Migrationshintergrund 3% 7% 27% 15% 7% 7% seit der Geburt in Deutschl. Zuzug bis zu 3 Jahren 21% 14% 65% Zuzug bis zu 6 Jahren Zuzug bis zu 10 Jahren Zuzug später 34% Geht man davon aus, dass sich die Integrationsbedingungen für Angehörige der zweiten oder dritten Generation günstiger gestalten als für die Migranten der ersten Generation, so müsste man im Vergleich zu den anderen Jugendlichen mit Migrationshintergrund bei den jungen Aussiedlern von höheren Integrationsanforderungen ausgehen. Ihre Situation stellt sich jedoch zwiespältig dar. Einerseits haben die Kinder der Aussiedler im Vergleich zu anderen Zuwanderergruppen im Durchschnitt bessere Integrationschancen, lernen beispielsweise häufiger an weiterführenden Schulen bzw. erreichen häufiger die Hochschulreife. Die Jugendlichen haben eine überschnittlich hohe Wertschätzung für Berufsausbildung und qualifizierte Berufstätigkeit. Der überwiegende Teil der Aussiedlerjugendlichen sucht nach der Schule den direkten Einstieg in eine Ausbildung. Einem großen Teil von ihnen gelingt der Zugang auch spätestens im zweiten Anlauf. Andererseits sind ihre Bildungschancen schlechter als die der Kinder der einheimischen Deutschen. Insbesondere seit Beginn der 90er-Jahre nähern sich die Problemlagen der jungen Aussiedler weitgehend denen anderer Zuwanderergruppen an. Sie bewältigen die Schullaufbahn mit Verzögerungen und Verspätungen, sind an Hauptschulen überrepräsentiert und verlassen die Schule häufiger ohne Abschluss als Jugendliche deutscher Herkunft. Für viele Aussiedlerjugendliche ist es schwerer als für vergleichbare Jugendliche ohne Migrationshintergrund, den Übergang von der schulischen in die berufliche Bildung ohne Brüche zu bewältigen. Schwierige Zuwanderungskonstellation Die junge Generation der Aussiedler kam mit ihren Familien nach Deutschland, weil ihre Eltern große Hoffnungen und Erwartungen in die Übersiedlung gelegt hatten. Die Hoffnung der Älteren, der jüngeren Generation eine bessere Zukunft zu ermöglichen, gab in vielen Fällen den Ausschlag für die Zuwanderung der Familien. Besonders bei der jungen Generation gibt es allerdings häufig nicht die sprachlichen und kulturellen Info Übergänge in Arbeit März Bindungen an Deutschland, die ihre Eltern und Großeltern noch haben. Für die Mädchen und Jungen bedeutete die Zuwanderung nach Deutschland einen gravierenden Einschnitt und unvermittelten Bruch mit ihren bisherigen Lebenswelten. Nach ihrer Übersiedlung fühlen sich die jungen Aussiedler oftmals nicht willkommen und damit fremd in der neuen Heimat. Zudem machen sie Ausgrenzungserfahrungen: Sie fühlen sich zwar mehrheitlich als Deutsche, werden aber vom Großteil der einheimischen Bevölkerung nicht als Deutsche angenommen. In der Phase der Berufsorientierung und Ausbildungsplatzsuche kann ein Großteil der Eltern ihren Kindern nur unzureichende Unterstützung und Orientierung geben. Die Entwertung von Bildungs- und Ausbildungsabschlüssen der Eltern beim Zuzug nach Deutschland, die Nicht- Anerkennung ihrer im Herkunftsland erworbenen Zeugnisse und Zertifikate, erschweren den Eltern selbst den Zugang zum Arbeitsmarkt. Häufig fehlen grundlegende Kenntnisse über die Funktionsweise des deutschen (Aus-)Bildungssystems und des Arbeitsmarktes. Die Aussiedlerfamilien verfügen nur unzureichend über arbeitsmarktrelevante Kontakte und Netzwerke. Sie sind überproportional von Arbeitslosigkeit betroffen bzw. unter ihrer Qualifikation im Niedriglohnbereich beschäftigt. Familiär gestützte arbeitsmarktrelevante Netzwerke fungieren jedoch gerade bei den einheimischen Jugendlichen oftmals als Türöffner bei der Berufsorientierung und der Suche nach Ausbildungsstellen. Bedingungen in der Herkunftsfamilie Der Begriff Migrationshintergrund wird in der Regel so definiert, dass mindestens ein Elternteil nicht in Deutschland geboren ist und/oder nicht die deutsche Staatsangehörigkeit hat. Nach den Daten des DJI-Übergangspanels hat beispielsweise über die Hälfte der Hauptschüler mit westeuropäischem Migrationshintergrund einen deutschen Elternteil, bei den italienischstämmigen Jugendlichen ist es noch jede/r Dritte. Bei den Aussiedlerjugendlichen beträgt dieser Anteil nur sechs Prozent. Die Aussiedlerjugendlichen sind zumeist mit der russischen Sprache als Erstsprache aufgewachsen. Nur in einem kleinen Teil der Familien wird ausschließlich Deutsch gesprochen. In jeder fünften Herkunftsfamilie der befragten Aussiedlerschüler wird überhaupt kein Deutsch gesprochen. Betrachtet man zudem das Zuzugsalter der Befragten, so bestätigt sich, dass diese Jugendlichen überwiegend erst im höheren Alter zugewandert sind und dass ein Zusammenhang zwischen dem Zuzugsalter der Jugendlichen und dem Sprachgebrauch in ihren Familien besteht: Je später die Jugendlichen nach Deutschland gekommen sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass in ihrer Herkunftsfamilie kein Deutsch gesprochen wird. Info Übergänge in Arbeit März Tabelle 1: Sprachgebrauch in der Herkunftsfamilie (in %) Differenzierungen nur deutsch deutsch und eine andere Sprache nur andere Sprache/n Aussiedler gesamt bis 3 Jahre Zuzugsalter bis 6 Jahre bis 10 Jahre älter als 10 Jahre Quelle: DJI-Übergangspanel Unterstützung bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz Der Mangel an Ausbildungsplätzen trifft die jungen Zuwanderer besonders hart, zumal wenn sie eine grundsätzlich positive Einstellung zur Schule, eine hohe Wertschätzung für weitere Bildung und Ausbildung sowie den Wunsch haben, über Ausbildung einen sicheren Arbeitsplatz zu finden. Bei den Chancen, unmittelbar im Anschluss an den Pflichtschulbesuch diese Ziele auch verwirklichen zu können, öffnet sich jedoch eine Kluft zwischen den Aussiedlerjugendlichen und den Jugendlichen deutscher Herkunft. Aussiedlerjugendliche schaffen den Sprung in die Ausbildung deutlich seltener als Jugendliche deutscher Herkunft: Lediglich 20 Prozent der jungen Aussiedler gelingt der direkte Übergang nach der Hauptschule. Überproportional häufig sind sie in einer Berufsvorbereitung zu finden. Bei den Jugendlichen deutscher Herkunft beginnen immerhin 35 Prozent sofort eine Ausbildung. Betrachtet man konkret die Situation von Jugendlichen bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz, so wird einmal deutlich, dass Schulen dabei für alle Jugendlichen eine wichtige Funktion übernehmen. Weiterhin fällt auf, dass innerhalb der Gesamtheit der Hauptschüler, für die ein eher unterschnittliches Unterstützungspotenzial der Eltern bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen und beim Üben von Bewerbungsgesprächen anzunehmen ist, die beiden in der folgenden Tabelle 2 ausgewiesenen Gruppen von Hauptschülern mit Migrationshintergrund weit häufiger als Jugendliche deutscher Herkunft niemanden haben, der ihnen hilft. Und was die Hilfe die Eltern betrifft, sieht die Situation für die Aussiedlerjugendlichen besonders ungünstig aus: Jugendliche deutscher Herkunft berichten fast dreimal so häufig wie Aussiedlerjugendliche, dass ihnen ihre Eltern bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen helfen und mit ihnen das Führen von Bewerbungsgesprächen üben. Ein Tatbestand, der nicht überraschen kann, wenn man weiß, dass für die Aussiedlereltern das deutsche Ausbildungssystem und die Wege bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz erst einmal fremd sind. Info Übergänge in Arbeit März Tabelle 2: Hilfestellungen bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz (in %) Teilgruppen die Schule die Eltern jemand anderes Üben von Bewerbungsgesprächen die Schule die Eltern jemand anderes gesamt ohne Migrationshintergrund Türkin/-e Aussiedler/-in Hilfe beim Erstellen von Bewerbungsunterlagen niemand niemand Quelle: DJI-Übergangspanel Gute Beispiele einer wirksamen Beteiligung der Eltern Einerseits sind die Eltern der Aussiedlerkinder und -jugendlichen häufig sehr bildungsorientiert und zeigen reges Interesse am Bildungserfolg ihrer Kinder. Ein erfolgreicher Bildungsweg stellt für sie den Garanten für eine gelingende Integration ihrer Kinder in der neuen Heimat dar. Andererseits sprechen Lehrkräfte und Sozialarbeiter/innen insbesondere bei bildungsferneren Elternhäusern von unzureichenden Deutschkenntnissen und einer geringen Bereitschaft, die Sprachprobleme zu überwinden. Die Schwierigkeit, das deutsche Bildungs- und Ausbildungssystem zu schauen, sowie die eigenen schlechten Chancen auf dem Arbeitsmarkt, könnten zum Rückzug der Familien führen. Eine vertrauensvolle Atmosphäre zwischen den Aussiedlereltern und den Lehrkräften zu schaffen, erfordert Kompetenz und Wissen über die sozialen wie kulturellen Befindlichkeiten der Familien. Die klassischen Komm- Strukturen erweisen sich nur bedingt geeignet, eine vertrauensvolle Eltern- Lehrer-Beziehung aufzubauen. Die Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften und Eltern scheitert häufig an Sprachproblemen und Unterschieden in den Erfahrungen und Erwartungen zwischen Lehrkräften und Eltern. Ist der Kontakt zu den Eltern aufsuchende Arbeit, Elternsprechstunden oder Tage der offenen Tür geknüpft, können Hemmschwellen überwunden werden und wird Engagement geweckt: Aussiedlereltern leiten Arbeitsgemeinschaften und Projekte, organisieren Veranstaltungen an der Schule oder im Stadtteil, aktivieren andere Migrantenfamilien und stehen ihnen beratend und unterstützend zur Seite. Auf diesem Wege können sie ihre beruflichen und sozialen Kompetenzen und Erfahrungen weitergeben, ihre deutschen Sprachkenntnisse ausbauen und soziale Kontakte knüpfen und festigen. Dieses Engagement trägt darüber hinaus wesentlich dazu bei, an der Schule bzw. im Stadtteil Verständnis für die Problemlagen der zugewanderten Familien zu wecken, Isolation und Eigengruppenbezug aufzubrechen und Spannungen und dem latenten Argwohn der einheimischen Bevölkerung gegenüber den neu Hinzugekommenen entgegenzuwirken. Info Übergänge in Arbeit März Das Projekt Neue Marzahner an der Thüringen-Oberschule Berlin berät und orientiert die Schüler nicht deutscher Herkunftssprache aber auch ihre Eltern an der Schule, insbesondere russlanddeutsche Aussiedler. Das ehrenamtliche Engagement von Aussiedlereltern ist die tragende Säule des Projekts. Ursprüngliches Anliegen der Initiative war es, den Schülern und ihren Familien das Einleben im Stadtbezirk zu erleichtern. Es begann mit Hausaufgabenhilfe, aber auch mit der Informationsvermittlung zu verschiedensten Alltagsfragen. Was als Elterninitiative begann, wurde später im Schulprogramm verankert. Der Kontakt mit den Schülern/innen und deren Eltern beginnt beim Aufnahmegespräch für die Schulanmeldung, an dem die Projektleiterin (Sozialpädagogin, selbst Aussiedlerin) teilnimmt. In diesem ersten Gespräch wird der Handlungsbedarf geklärt und das besondere Unterstützungsangebot vorgestellt. Die Erfahrungen des Projekts belegen, dass die Aussiedlereltern sehr gut über die Anregung ehrenamtlicher Initiativen erreicht werden können. So führen Aussiedler beispielsweise Arbeitsgemeinschaften und sind insgesamt sehr aktiv und engagiert bei der Vorbereitung und Durchführung von Freizeitveranstaltungen (Kuhnke/Schreiber 2008). Eltern sind im Prozess der Berufsfindung und -orientierung die wichtigsten Partner ihrer Kinder und haben einen entscheidenden Einfluss auf deren Berufswahl. Gleichzeitig ist es häufig schwierig, Eltern in den Prozess der beruflichen Orientierung der Schüler einzubinden. Angebote einer ausbildungsorientierten Elternarbeit 3 richten sich insbesondere an die Familien der Zuwanderer, die keine eigenen Erfahrungen mit der dualen Berufsausbildung und den Erfordernissen des Arbeitsmarktes in Deutschland haben. Ihre Unterstützungs- und Erziehungskompetenzen verlieren die Migration an Bedeutung, so dass ihre Unterstützungsmöglichkeiten nur gering sind. 3 Seit Januar 2007 fördert das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) das Modellprojekt Ausbildungsorientierte Elternarbeit im Jugendmigrationsdienst. Die Förderung soll die schulischen und beruflichen Integrationschancen junger Migranten verbessern und gleichzeitig erproben, wie die Erziehungskompetenz von Müttern und Väter wirksam unterstützt und gefördert werden kann. Der Mangel an Informationen und Kenntnissen, aber auch eigene negative Erfahrungen mit der Nichtanerkennung bzw. Abwertung ihrer im Herkunftsland erworbenen Bildungs- und Berufsabschlüsse können bei den Eltern zu einer gravierenden Handlungsunsicherheit führen. Gleichzeitig ist die Bereitschaft gerade bei Eltern von Aussiedlerjugendlichen groß, sich gegenüber neuen Erziehungswerten und Kompetenzen zu öffnen. Sie haben ein großes Interesse an individueller Beratung und Information. Vor allem die neu zugewanderten Aussiedler streben für ihre Kinder hohe Bildungsabschlüsse und eine qualifizierte Berufsausbildung an, die ihnen ein gutes Einkommen und einen hohen sozialen Status ermöglichen. Für die jungen Zuwanderer spielt die Haltung der Eltern zum Thema Berufsweg eine prägende Rolle. Deren Bildungs- und Berufsvorstellungen für ihre Kinder decken sich allerdings oftmals nicht mit den Möglichkeiten und Strukturen des deutschen Ausbildungs- und Arbeitsmarktes. Info Übergänge in Arbeit März Häufig werden die Kinder nicht nach ihren eigenen Interessen und Berufswünschen befragt bzw. geben den Wünschen und Forderungen der Eltern nach. Diese Situation befördert Konflikte in den Familien, aber auch unrealistische Selbsteinschätzungen und Lebenspläne bei den Jugendlichen. An diesen Problemlagen setzen Angebote der ausbildungsorientierten Elternarbeit an und motivieren die Eltern, sich an der Berufswahlentscheidung und am Ausbildungsprozess ihrer Kinder zu beteiligen. Um Berufsorientierung und Berufswahlentscheidung frühzeitig und kompetent zu unterstützen, richtet sich ausbildungsorientierte Elternarbeit an die Eltern der Kinder und Jugendlichen in der Altersgruppe der 12- bis 18-Jährigen. Die Eltern bekommen Unterstützung zu allen Fragen rund um die Themen Schule, Ausbildung und Beruf. Aber auch die Erwartungen und Anforderungen an ihre Erziehungsleistungen werden in den Beratungen und Bildungsveranstaltungen thematisiert, um ihre Erziehungskompetenzen zu stärken. Ausbildungsorientierte Elternarbeit betreibt eine intensive Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit. Sie arbeitet eng mit Bildungs- und Ausbildungseinrichtungen, Trägern beruflicher Qualifizierungsmaßnahmen und Sprachkursen, Berufsinformationszentren und anderen Kooperationspartnern zusammen. Die beteiligten Fachkräfte regen die Eltern zur Mitwirkung in den Elternvertretungen der schulischen und beruflichen Einrichtungen, zur Teilnahme an Elternsprechtagen und anderen schulischen Veranstaltungen und Aktivitäten an. In Kursen und Seminaren sollen bei den Familien Interesse und Verständnis für die Anforderungen geweckt werden, die an die Jugendlichen in der Schule und auf dem Arbeitsmarkt gestellt werden. Die Beratungen, Infoveranstaltungen und Bildungsseminare werden mehrsprachig geführt. Gruppenangebote wie Exkursionen in Bildungseinrichtungen, Berufsinformationszentren und Betriebsbesichtigungen befördern zudem den Kontakt der Eltern untereinander. Um Unsicherheiten und Hemmnisse abzubauen, begleiten die Fachkräfte die Eltern auch zu Elternabenden oder bei der Kontaktaufnahme mit Bildungseinrichtungen. Auf diesem Wege wird die Kommunikation zu Ausbildungsfragen in den Familien befördert. Die Interessen und Kompetenzen der Jugendlichen sollen mit den Vorstellungen der Familien in Einklang gebracht und die Jugendlichen in dieser entscheidenden und wegweisenden Lebensphase unterstützt und stabilisiert werden. Nicht nur für die Schüler und deren Eltern, sondern auch für die Unternehmen lohnt sich das Engagement der ausbildungsorientierten Elternarbeit. Betriebe, die sich an den Eltern-/ Schülerveranstaltungen beteiligen, erhalten auf diesem Wege eine Plattform, um Ausbildungsberufe und die damit verbundenen Anforderungen vorzustellen und sich als Arbeitgeber und Unternehmen zu empfehlen. Gleichzeitig können sie die Schüler und deren Eltern frühzeitig kennen lernen. Info Übergänge in Arbeit März Literatur: Gaupp, Nora/Lex, Tilly/ Reißig, Birgit/Braun, Frank (2008): Von der Hauptschule in Ausbildung und Erwerbsarbeit. Ergebnisse des DJI-Übergangspanels. Berlin: BMBF. Kraheck, Nicole (2004): Karrieren jenseits normaler Erwerbsarbeit. Lebenslagen, Lebensentwürfe und Bewältigungsstrategien von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Stadtteilen mit besonderem Erneuerungsbedarf. München/Halle: Deutsches Jugendinstitut Arbeitspapier 1/2004 Kuhnke, Ralf/Schreiber, Elke (2008): Zwischen Integration und Ausgrenzungsrisiken. Aussiedlerjugendliche im Übergang Schule Beruf. Ein Handbuch für die Praxis. München/Halle: Deutsches Jugendinstitut. Info Übergänge in Arbeit März Ralf Kuhnke, Elke Schreiber (2008): Zwischen Integration und Ausgrenzungsrisiken. Aussiedlerjugendliche im Übergang Schule Beruf Ein Handbuch für die Praxis München/Halle, 97 S. Jugendliche aus Spätaussiedlerfamilien, die im Übergang von der Schule in Ausbildung und Arbeit riskieren, in Prozesse dauerhafter Ausgrenzung von Erwerbsarbeit und gesellschaftlicher Teilhabe einzutreten, stehen im Mittelpunkt der Publikation. Wie und mit welchen Effekten nutzen diese Jugendlichen Hilfsangebote der Jugendsozialarbeit und anderer Instanzen, die hier präventiv wirksam werden? Welche Auslöser, Verläufe und
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